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Hilfe gegen Schimmel an den Wänden

Schimmelratgeber

Wie entsteht Schimmelpilz, und was kann ich dagegen tun?

Jetzt wo die Temperaturen draußen wieder kälter werden, ist das Thema Schimmelpilz in Wohnräumen wieder akut. Sind Sie in Ihrer eigenen Wohnung betroffen, oder haben Sie einen Mieter, der sich über Schimmel in der Wohnung beklagt? Leicht verständlich wollen wir als Firma Kutten Alain sàrl Ihnen Hintergrund Informationen und Ratschläge zum Vermeiden und zur Sanierung von Schimmel geben.

Was ist Schimmel?

Schimmel ist ein Pilz, deshalb auch der Begriff Schimmelpilz. Die Farbe kann rot, braun oder grünlich sein. Für den Laien leicht zu verwechseln ist der Schimmelpilz mit den Rändern, die durch einen Wasserschaden entstehen.

Wie entsteht Schimmelpilz?

Schimmelpilz braucht zur Entstehung und zum Wachsen vor allem eins: Feuchtigkeit. Als Nahrung reicht ihm Dispersionsanstriche, Papiertapeten, Tapetenleim und wenn sonst nichts da ist, der herum fliegende Hausstaub. Feuchtigkeit ist in jeder Wohnung vorhanden, schon allein durch den normalen Gebrauch. Eine durchschnittliche 4-köpfige Familie produziert täglich 10 bis 12 Liter an Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit. Das sind neben dem Ausatmen der Luft, dem Schwitzen und der normalen Ausdunstung vor allem der Wasserdampf beim Kochen, Baden und Duschen. In dieser Menge ist ein eventuelles Aquarium, oder Trocknen von Wäsche in der Wohnung nicht einbegriffen. Wenn jetzt im Herbst und Winter die kalte Luft diese ganze Feuchtigkeit nicht mehr aufnehmen kann, kondensiert Sie an irgendwelchen kühleren Stellen in der Wohnung. Das ist das gleiche Prinzip wie beim Spiegel im Badezimmer nach dem Duschen. Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft schlägt sich am kalten Glas nieder. An den Decken und Wänden ist dies unsichtbar auch der Fall. Passiert das dauerhaft, ohne dass die Flächen auftrocknen, entsteht Schimmelpilz.

Wie können Sie Schimmelpilz vermeiden?

  • In dem Sie für angemessenen Luftaustausch, sprich Lüftung und somit die Evakuierung der zu hohen Luftfeuchtigkeit sorgen.
  • In dem Sie Wärmebrücken an Außenwänden vermeiden oder durch bauliche Maßnahmen abschaffen.
  • In dem Sie generell Feuchtigkeit in und auf den Wänden vermeiden. Dies können feuchte Mauern im Sockelbereich, Feuchteintritt durch schadhaften Außenputz oder undichtes Dach sowie Feuchtigkeit durch Rohrbrüche sein.

Wie lüften Sie richtig?

Der angemessene Luftaustausch ist also ein wichtiger Faktor um Schimmel zu vermeiden. Je mehr Menschen in einer Wohnung leben, umso öfter muss für den angemessenen Luftaustausch gesorgt werden. Dies übernimmt bei modernen in Passiv oder Niedrigenergiebauweise ausgeführten Häusern eine automatische Lüftungsanlage. Bei älteren Häusern muss dies manuell vorgenommen werden.  Das heißt nichts anderes als mindestens 2x täglich für 10 bis 15 Minuten die Fenster im Raum groß öffnen, besser sogar für Durchzug mit einem zweiten Fenster oder Tür sorgen. Heizung runter drehen, nach dem Lüften wieder hochdrehen. Bei größeren Feuchtigkeitsquellen wie baden, duschen oder Kochen müssen die Tür zu anderen Räumen geschlossen bleiben um ein verbreiten der Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu vermeiden. Bad und Küche sofort nach Gebrauch nach außen hin lüften. Auf das Trocknen von Wäsche in der Wohnung ganz verzichten. Das sollte im Keller oder dem Wäscheraum bei geöffnetem Fenster geschehen. Auf keinen Fall die Fenster auf Kipp während des ganzen Tages belassen. Dies führt zu einer Unterkühlung der Fensternischen und kann Schimmelpilz hervorrufen.

Was sind Wärmebrücken und weshalb muss man Sie vermeiden?

Luftfeuchtigkeit kondensiert an kalten Flächen, sogenannten Wärmebrücken. Dies führt dann zu Schimmel. Viele Leute verstehen die Welt nicht mehr. Während 50 Jahren hatten Sie keine Probleme mit Schimmelpilz. Jetzt plötzlich ist die ganze Wohnung betroffen. Wenn man der Sache auf den Grund geht, ist die Ursache schnell erkannt. Die Besitzer haben es gut gemeint und haben neue Fenster mit 3facher Verglasung einbauen lassen. War die Außenhaut des Hauses vor dem Einbau der Fenster nicht optimal gedämmt, so war Sie in einem gewissen Ausgleich mit den Fenstern. Die Luftfeuchtigkeit hat sich gleichmäßig in den Räumen verteilt. Jetzt mit den neuen und super dichten Fenstern ist das nicht mehr der Fall. Die Außenwände wurden durch die bauliche Veränderung zur Kältebrücke. Jetzt muss der Ausgleich wieder durch eine Dämmung der Außenhaut,ggf. einer Innendämmung hergestellt werden. Ich sage bewusst Außenhaut, denn hierzu gehört eventuell auch das Isolieren der Geschoss-decke zum ungeheizten Speicher oder Keller.
Früher legte man auf folgende Punkte nicht viel Wert. Die Geschossdecke wurde einfach bis außen hin geführt, oder als Gesims und Balkon sogar nach außen verlängert. Heute weiß man, das sind neben den Gebäudeecken die klassischen Wärmebrücken.
Ein Problem entsteht aber auch dann wenn Schränke und Möbel zu nahe an die Außenwand gestellt werden. Eine fehlende Luftzirkulation sorgt dafür, dass die Lufttemeratur hinter den Möbeln um einge Grad geringer ist als in der Raummitte und dadurch viel aufnahmefähiger für Feuchtigkeit. Dieser Effekt tritt auch bei Gardinen oder Vorhängen auf. Tunlichst vermeiden sollte man das Lüften von warmen Räumen (z.b Küche) zu kalten ungeheizten Räumen (Schlafzimmer). Durch die kalte Raumtemperatur kondensiert die Luftfeuchtigkeit sofort an den kalten Außenwänden in diesem Raum.

Welches ist die richtige Dämmung? Innen oder Außendämmung?

Bei einer konsequenten Sanierung eines Altbau oder bei der Planung eines Niedrig oder Passivhauses trennt man den kalten nicht geheizten vom warmen beheizten Bereich. Dazu gehören auch der Keller und der Speicher. Beim Speicher muss man sich überlegen, ob man die Geschossdecke oder das Dach an sich isoliert. Am besten dämmt man immer auf der kalten Seite, um den Wärmeverlust durch das Mauerwerk zu verringern. Ist das nicht möglich, oder will man nur einen Bereich sanieren, so gibt es heute sehr gute Innendämmsysteme. Bei der Innendämmung unterscheidet man zwischen 2 Systemen: dichtes System mit einer Dampfsperre, oder offenporiges System, in der Regel mit einem mineralischen Oberputz als Abschluss. Eine komplette energetische Sanierung muss durch einen Energieberater im Vorfeld begutachtet werden. Einerseits damit Sie die richtigen Maßnahmen treffen und anderseits damit Sie auch in den Genuss der stattlichen Zuschüsse kommen.

Warum müssen Wasserschäden im Mauerwerk vermieden werden?

Bei Wasserschäden entsteht sehr schnell Schimmelbildung, auch auf Innenwänden. Das, durch das vorhanden sein von Wasser, aber auch weil feuchte Wände um einige Grad kälter sind als trockene Wände. Kapillar hochsteigende Feuchtigkeit hat den gleichen Effekt. Auch hier ist ein trockenlegen der Wände durch einen Sanierputz zu empfehlen.
Wie sollten Sie bei einem Schimmelpilzbefall vorgehen?
Bei einem Schimmelpilzbefall müssen Sie entscheiden: Kann ich das noch selbst entfernen, oder muss da ein Fachmann ran. Flächen bis max. 1 m2 können mit mit 80prozentigem Ethanol gereinigt werden. Für die Ursachenforschung warum der Schimmelpilz immer wieder kommt, müssen Sie eventuell trotzdem auf einen Fachmann zurückgreifen. Ab einer Fläche von 1 qm sollten Sie die Sanierung einem Fachmann überlassen. Dieser wird nach folgender Methode vorgehen.

Erkennen, Bewerten, Sanieren

Er wird die Situation vor Ort analysieren und erkennen weshalb der Schimmelpilz entstehen konnte. Ist dies nicht auf den ersten Blick möglich, wird er weiterreichende Messungen wie z.b. ein Infrarotbild vornehmen. Falls es sich nicht um ein temporäres Problem gehandelt hat, wird er eine Bewertung abgeben, durch welche baulichen Maßnahmen die Wärmebrücken verringert werden können.

Als letztes wird er Ihnen  die Sanierung des Schimmelpilzbefalls vorschlagen. Hier gilt es als erstes die Sporen mit einer Fixierung zu binden. Den Befall komplett zu entfernen und Maßnahmen einzuleiten (Luftwäsche) die eine Kontaminierung durch Sporenflug von anderen Teilen der Wohnung verhindern.  Mineralische Putze und Anstriche haben sich bei der Schimmelsanierung bewährt, weil mineralische Oberflächen eine natürliche Alkalität besitzen, die den Befall mit Schimmel verhindern.

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